Donnerstag, 1. Januar 2015

Die Bemusterung

 Die Bemusterung erfolgt bei Helma in der Zentrale in Lehrte in der Nähe von Hannover. Wir hatten den Termin kurz vor Weihnachten am 22.12. und 23.12. Von Berlin aus braucht man bei gemächlicher Fahrweise ca. 2,5h nach Lehrte.



Die Bemusterung ist für zwei Tage angesetzt. Diese benötigt man auch. In Lehrte angekommen, hatte Helma direkt einen Parkplatz für die Bauherren reserviert und auch das Hotel mit Verpflegung auf Firmenkosten gebucht.



Am Montag lernten wir unseren Bauleiter, die Planerin und den Mitarbeiter der Bemusterung kennen. Zunächst wurde noch einmal der Grundriss besprochen. Hier ging es um die Detailplanung, also wo kommt der Kasten für die Fußbodenheizung hin, wo sollen Anschlüsse sein oder auch wie sollen die Außenanlagen gestaltet werden.

Bei dem Termin erklärte uns unsere Planerin leider, dass die Fenster im OG in Brandenburg so unzulässig seien. Dies ist für uns nicht so ganz nachvollziehbar, da das Musterhaus in Teltow genau diese Fenster hat. Die Fenster sind nämlich halbhoch und man könne dann wohl das Fensterbrett als Stufe benutzen und rausfallen. Wir werden dieses Thema noch einmal mit unserer Verkaufsberaterin und dem Bauamt besprechen. Zumal komplett bodentiefe Fenster wieder zu einem satten Mehrpreis führen.

Zudem wollten wir noch einen Schornstein und elektrische Rollläden, ein Ausgussbecken im HWR, eine Wäscheklappe und Bohrlöcher für Deckenspots. Diese müssen nämlich schon von der Firma, welche die Decke erstellt eingeplant werden. Sonst kann man später nur noch die Decke abhängen.

Enttäuschend war, dass wir den Dachboden nur bedingt als Lagerraum nutzen können. Dieser ist nämlich nicht isoliert und nur für sehr geringe Traglasten ausgelegt und Streben der Dachkonstruktion schränken die Stellfläche stark ein. Eigentlich hatten wir den Dachboden als Kellerersatz geplant. Dies geht nur eingeschränkt.

Der Helma Musterhaus Park
Zum Mittag gab es ein drei Gänge Menü im Hotel, welches mit dem Auto nur 3 Minuten von Helma entfernt liegt. Beim Mittagessen wurde man vom Bauleiter begleitet und konnte ihn näher kennen lernen.

Nach dem Mittagessen ging es dann los mit der eigentlichen Bemusterung. Man wählt zum Beispiel Farbe des Hauses, Fenster, Eingangstür, Innentür, Treppe, Dachziegel, Fensterbretter usw. aus. Der Standard war meist in Ordnung. Wir haben jedoch noch sicherheitsverstärkte Fenster und Türen mit aufgenommen (RC2N im EG und RC1N im OG). Außerdem lassen wir die Tür und die Fenster außen anders folieren als innen. Bei den Dachziegeln sind glasierte Ziegel laut BPlan unzulässig und wir haben hier auch den Standard genommen.

Bei der Innentreppe waren wir uns sehr unsicher und haben letztendlich die Bemusterung der Treppe verschoben und wollen sie direkt beim Treppenbauer in Berlin nachholen. Wenn man nicht das Buche Standard Modell möchte, wird es schnell sehr teurer. Eine schönere Holzart kann schnell mit 6000 EUR Aufpreis zu Buche schlagen.

Die Badbemusterung war am problematischsten. Helma bietet zu vertretbaren Preisen nämlich nur Waschbecken und keine Waschtische an. Man darf leider auch nicht einzelne Sanitärobjekte, wie das Standardwaschbecken rausnehmen und eigene einbauen. Hier bleibt wohl nur die Möglichkeit nach Abnahme das Standardwaschbecken wieder rauszureißen und einen Waschtisch anzubringen. Auch eine größere Badewanne schlägt mit mindestens über 900 EUR zu Buche und nur die Absenkautomatik für eine Klobrille 60 EUR. Von der Badbemusterung waren wir enttäuscht. Der Mitarbeiter der Bemusterung war jedoch sehr zuvor kommend, und hat uns angeboten, die Sanitärobjekte noch einmal in Berlin zu bemustern. Mal sehen, ob die Auswahl hier besser ist. Das Problem ist wohl, dass Helma nur mit Sanitärfirmen kooperiert, die für Möbel gesalzene Preise nehmen. Möbelfirmen für die Badausstattung, welche Waschtische wesentlich günstiger anbieten, hat Helma leider nicht im Programm.

Am Abend gab es wieder ein drei Gänge Menü auf Kosten von Helma im Hotel.

Am nächsten Tag ging es dann mit einer Besprechung mit dem Bauleiter weiter. Hier wurden viele Aspekte der Baustelle besprochen, also dass Baustrom und Bauwasser aufs Grundstück gelegt werden müssen, dass noch Bodenarbeiten erforderlich sind, und dass wohl auch eine Baustraße gebaut werden sollte. Die 5000 EUR, die unser Bauleiter als Daumenwert aufrief, haben uns doch überrascht, da wir sie so bislang nicht in unserer Kalkulation hatten. Außerdem haben wir noch eine Baustellenversicherung abgeschlossen, deren Kosten Helma während der Bauzeit erfreulicher Weise übernimmt.

Im Anschluss präsentierte uns der Mitarbeiter der Bemusterung dann das Nachtragsangebot mit all unseren Wünschen, was preislich doch über unseren Erwartungen war. Ärgerlich war, dass die Nachträge nicht mehr nach der alten Preisliste erfolgten. Dies wurde uns bei Vertragsabschluss so mitgeteilt, was uns dazu bewogen hatte, manche Dinge wie Rollläden erst bei der Bemusterung reinzunehmen. Rückblickend war dies doch nicht die beste Idee.

Manche Preise waren für uns nicht nachvollziehbar hoch. So kostet die Wäscheklappe satte 1717 EUR oder ein Bohrloch durch die Deckenplatte für einen Deckenspot schlägt mit knapp 90 EUR zu Buche. Unverständlich waren für uns auch die sehr hohen Kosten für das Ausgussbecken im HWR mit Warmwasseranschluss mit 550 EUR.  Freunde die mit NCC bauen, wurden dafür zum Beispiel nur 250 EUR in Rechnung gestellt. Am teuersten waren der Schornstein und die elektrischen Rollläden im ganzen Haus, wobei ich mir mittlerweile vom Kaminbauer habe sagen lassen, dass der von Helma geforderte Preis im Mittelfeld liegt und fair ist.


Zum Mittag gab es wieder ein drei Gänge Menü auf Helmas Kosten im Hotel. Hier mussten wir das Angebot erst einmal verdauen.

Letztendlich  haben wir uns jetzt erst einmal den Schornstein wieder rausgenommen, die Rollläden im OG und schlussendlich auch die Wäscheklappe, das Ausgussbacken und überlegen noch einmal.  Unsere Planerin hatte hierbei wirklich eine Engelsgeduld, da sie ja jede Änderung wieder aufwändig einzeichnen musste. Auch unser Bauleiter und der Mitarbeiter der Bemusterung zeigten sehr viel Verständnis für unsere Situation. Zu keinem Zeitpunkt wurde man zu irgendetwas gedränt und  konnte sich die Zeit nehmen, die man benötigte.


Als Gesamtfazit kann man sagen, dass sich Helma bei der Bemusterung sehr viel Mühe gibt, alle Wünsche der Kunden zu erfüllen und die Mitarbeiter auch sehr viel Geduld mit unentschlossenen Kunden wie uns haben und man rundum versorgt wird. Getrübt wurde der Eindruck jedoch von der Auswahl bei der Badausstattung und den teilweise in unseren Augen sehr hohen Preisen.

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